Was Prokrastination bedeutet

Kennst du das? Du sitzt abends zuhause und denkst dir „mal wieder nicht geschafft, was ich mir vorgenommen habe! Ach, morgen ist auch noch ein Tag, dann mache ich es einfach morgen" … und morgen das gleiche Spiel… wieder nicht das geplante Projekt angefangen, die lästige Steuererklärung gemacht oder die Präsentation vorbereitet.

„Die meisten Menschen überschätzen, was sie innerhalb eines Jahres tun können und unterschätzen, was sie in 3 Jahren tun können“ - Visen Lakhiani

Prokrastination lautet der Fachbegriff für das Aufschieben von Dingen. Doch woher kommt dieses Verhalten? Wir wissen aus Erfahrung, dass es letztendlich gar nicht so schlimm ist die Dinge zu erledigen. Natürlich sind es nicht gerade die liebsten Tätigkeiten, aber gemacht werden, muss es. Wir wissen auch, wie gut wir uns nach Erledigung fühlen. Aber warum haben wir dann trotzdem solche Schwierigkeiten mit dem Anfangen?

Folgende 5 Ursachen könnten unter anderem daran schuld sein:

  1. Faulheit: ja, manchmal kommt das Faultier in einem zum Vorschein und lässt uns einfach mal nichts tun. Du hast keine Lust den Abwasch zu machen oder bist einfach zu platt, um irgendetwas zu machen. Wobei das letztendlich auch etwas Positives hat, wie der nächste Punkt zeigt.
  2. Schutzfunktion: Unser Körper spürt, wann er einen oder fünf Gänge zurückschalten muss, um nicht zusammen zu brechen. Gerade in dauerhaft stressigen Belastungen, streikt unser Körper und ist einfach nur platt. Er zwingt uns zur Ruhe. In noch abgeschwächter Form durch Aufschieberitis über die Zwangsruhe bei einer Grippe bis hin zu komplettem Zusammenbruch bei Burnout.
  3. Perfektionismus: Du denkst, dass du diese Sache nicht nach deinen Ansprüchen abliefern kannst. Du planst dich zu Tode, kommst aber nicht in die Umsetzung, weil deine Pläne noch nicht gut genug sind, weil du noch X Informationen benötigst. Dann kommt noch Kollege Y um die Ecke und hat vielleicht noch eine zusätzliche Idee, die natürlich nicht vernachlässigt werden darf.
  4. Überforderung: „Ich habe das noch nie gemacht“ oder „Ich habe davon keine Ahnung“. Für viele Menschen steigt bei solchen Aufgaben die Angst bis zum Hals. Sie haben die nötigen Fähigkeiten für diese Tätigkeit nicht bzw. denken, dass sie diese nicht haben. Sie bauschen das Neue, das Unbekannte dermaßen auf, dass die vermeintlich kleine Tätigkeit zu einem unüberwindbaren Berg heranwächst.
  5. Sinnlosigkeit: Warum soll ich die Aufgabe machen? Welchen Zweck hat das Ganze? Oftmals erscheinen uns gewisse Aufgaben schlicht und einfach sinnlos. Uns fehlt das Warum!

Wie man anhand der oben aufgezählten Punkte erkennen kann, steckt oftmals auch beim Thema Prokrastination die Angst vor etwas dahinter. Bei der ein oder anderen Ursache ist die Angst bewusst, aber oftmals kennen wir die wahren Gründe der Aufschieberitis nicht, da sie unbewusst abläuft. Wir merken lediglich, dass wir keinen Bock auf etwas haben.

Um ins Tun zu kommen, sollten wir uns also erst einmal selbst beobachten und uns jedes Mal selbst fragen:

  • Warum habe ich grad keinen Bock?
  • Bin ich überarbeitet und mein Körper braucht Ruhe?
  • Macht das Sinn, dass ich das mache?
  • Hab ich alles, was ich brauche, um die Aufgabe zu erledigen oder fehlen mir wichtige Infos oder Kompetenzen? Wenn mir etwas fehlt, kann ich es mir aneignen?
  • Macht mir die Aufgabe Angst? Wenn ja, warum?

Hinterfrage deine Antworten immer wieder. Nur so kommst du der wahren Ursache immer näher und kannst sie im Keim ersticken sobald du merkst, dass die Aufschieberitis hoch kommt.

Nur wer sich mit sich selbst beschäftigt und sich selbst reflektiert, kann einige falsche Glaubenssätze oder Blockaden finden, die einen daran hindern endlich in die Umsetzung zu kommen. Dieser Weg ist verdammt steinig und hart, aber er lohnt sich, da er der nachhaltigste ist.

Für die „schnelle Hilfe“ zwischendurch habe ich natürlich ein paar kleinere Tipps für euch parat.

Setze dir ein starkes Warum!

Hol dir Stifte und Papier und mache ein kleines Brainstorming. Setze den Titel der Tätigkeit in die Mitte des Blattes und schreib mit grünem Stift drum herum alles auf, was dir zu den folgenden Fragen einfällt.

  • Warum machst du diese Tätigkeit?
  • Welchem Ziel bringt sie dich näher?
  • Für wen ist es gut, dass du es machst?

Danach schreibst du mit rotem Stift alles auf, was passieren könnte, wenn du die Tätigkeit nicht machst.

  • Welcher Schaden könnte eintreten?
  • Wen würdest du enttäuschen, wenn du es nicht machst?
  • Welches Ziel wirst du nicht erreichen?

Wenn du fertig bist mit dieser sogenannten MindMap, dann hast du einige gute Gründe zusammen es doch umzusetzen oder aber, dir wird klar, dass diese Tätigkeit absolut sinnlos und ohne irgendeinen Nutzen ist. Dann kannst du sie ohne schlechtes Gewissen einfach in die Tonne hauen.

Um gewisse Hürden klein zu machen, kannst du auch einfach klein starten.

Entweder zerteilst du die Gesamtaufgabe in viele kleine Schritte und nimmst dir so einen kleinen Schritt nach dem anderen vor oder du setzt dir ein zeitliches Limit. Beispielsweise machst du nur 5 Minuten deinen Haushalt oder mistest nur eine Schublade aus und hörst danach auf. Die Hürde ist jeweils so klein, dass du ohne Probleme anfängst. Meistens machst du nach diesen 5 Minuten oder der einen Schublade einfach weiter, weil es dann grad gut läuft. Falls du trotzdem aufhörst, ist es auch ok, da du dein Ziel ja erreicht hast.

„Machen. Nicht grübeln, nicht faseln, einfach machen. Im schlimmsten Fall wird´s eine Erfahrung“

Fazit:

Wer sein WARUM und den Sinn dahinter sieht, hat weniger Probleme mit Aufschieberitis. Behalte deinen Körper immer stets im Blick, um die Schutzfunktion auch nutzen zu können, denn was bringt einem der schnellste Aktionismus, wenn man danach ewig unfähig ist, irgendetwas zu tun.


Wie ist deine Meinung dazu? Mit was kämpfst du regelmäßig und bekommst deinen Hintern nicht hoch? Schreib mir in die Kommentare oder direkt über das Kontaktformular.

Liebe Grüß

Yvonne

P.S. Besucht mich doch bei Instagram (@yhcoaching) oder auf meiner FB-Seite (YH Coaching & Consulting)

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