Warum die neue Kommunikation keine echte Kommunikation ist

Wir begleiten tagtäglich all unsere Kontakte über die sozialen Medien. Wir liken ihre Urlaubsfotos und fühlen uns fast so als wären wir direkt dabei. Die neuesten Nachrichten bekommen wir per Push-Nachricht 24 Stunden und 7 Tage die Woche direkt auf unser Smartphone. Wir haben 12.456 Kontakte auf Facebook und mindestens genauso viele Follower auf Instagram oder Twitter.

Doch, kennen wir wirklich all unsere Kontakte oder ist das lediglich ein Statussymbol dafür, wie toll wir sind?

Wir legen den neuesten Filter über unsere Fotos oder retuschieren den ein oder anderen vermeintlichen „Makel“. Doch wofür? Ist das wirklich echt? Wir gaukeln den anderen den „perfekten“ Urlaub, die „perfekte“ Partnerschaft und natürlich das „perfekte“ Aussehen vor.

Und das ist doch völlig ok, weil es die anderen doch genauso machen!

Nein, das ist es nicht. Unsere Gesellschaft bekommt ein immer abstrakteres Bild von der Welt. Die Welt, die Gesellschaft, wir Menschen sind nicht so. Die ungeschminkte Wahrheit hat man in diversen „No-Make-up-Bildern“ der Stars und Sternchen bereits gesehen.

Was ist also an den „sozialen Medien“ wirklich echt und real? Wie sozial sind diese Lügen? Nicht nur, dass wir etwas Besseres suggerieren und dementsprechend uns selbst und allen anderen etwas vor machen, wir geben dem Ganzen auch einen sehr hohen Stellenwert, weil wir unser Smartphone kaum aus der Hand legen, um ja keine dieser neuesten „News“ zu verpassen.

Dabei vergessen wir oft die realen Menschen, die uns zeitgleich real gegenüber sitzen. Man trifft sich auf einen Kaffee und freut sich auf die echte Kommunikation, die Nähe zu dem wichtigen Menschen, auf den Spaß und das Lachen.

Doch… was kann man oftmals beobachten?

Menschen sitzen sich im Café gegenüber und … tippen auf ihrem Handy herum. Kurzer Austausch über die Bilder auf dem Display… und das war es auch schon. Keine Nähe… keine echte Kommunikation. Man geht auseinander und kann ein „Treffen“ abhaken. Mehr aber auch nicht. Das Gewissen ist beruhigt und gut ist. Also was ist daran echt?

Wie oft hast du eine Liebesbotschaft deines Partners per WhatsApp bekommen? Das ist auch ein Phänomen unserer Zeit. Hier und da ein Herzchen und ein „Ich liebe dich“ per WhatsApp oder SMS und schon ist der Partner zufrieden. Dauert ja zum Glück nicht lange und viel Aufwand ist das auch nicht. Läuft also ganz einfach den ein oder anderen Streit zu schlichten. Den muss man glücklicherweise auch nicht mehr live erleben. Diskussionen gehen ja auch viel leichter schriftlich per WhatsApp. Dann kann man ja ganz schnell behaupten, dass man es gar nicht so gemeint hat, wie man es geschrieben hat. Praktisch, oder?

Selbst wenn noch kein Partner vorhanden ist, gehen wir oft den einfachen Weg über die Dating-Portale. Hier müssen wir nicht direkt auf jemanden zu gehen, der uns gefällt. Hier swipen wir nach rechts oder links und können uns hinter unserem Display oder Bildschirm verstecken. Gibt es kein „Match“, dann reden wir uns ein, dass derjenige unser Profil einfach noch nicht gesehen hat. Wenn es uns in der Masse der Profile überhaupt noch auffällt. Falls es ein „Match“ gibt, dann ist die erste Ansprache mit einem gewöhnlichen „Hi“ auch schon erledigt. Zu verlieren haben wir ja nichts, weil wir jetzt schon wissen, dass unsere Schokoladenseite bereits dem anderen gefällt. Dann berichten wir natürlich wochenlang von unseren tollsten Erlebnissen und haben letztendlich immer noch keine Ahnung, ob es wirklich passt. Denn oftmals haben wir uns hier und da einfach mal besser verkauft als wir letztendlich sind. Bis das erste reale Date dann nach einer gefühlten Ewigkeit statt findet… Dann ist leider oft die Ernüchterung groß. Die Profilbilder sind bereits vor Jahren geschossen worden und der offene, tiefgründige Mensch, mit dem man geschrieben hat, stellt sich als verbohrt und oberflächlich heraus.

Das ist doch mal absolut tiefsinnig und echt!
Natürlich ist es das nicht. Es ist tief traurig.

Wir machen es uns in Vielem zu einfach. Wir gehen nicht in die Tiefe. Wir lassen uns von dem „schönen Schein“ der Oberflächlichkeit blenden und geben uns damit zufrieden. Es ist uns zu „anstrengend“ die Dinge zu hinterfragen oder echte Tiefe zu zu lassen. Wir sind zu bequem, um etwas außergewöhnliches für andere zu tun. Warum auch? Durch das Minimalprinzip kommen wir doch auch irgendwie durch! Warum sollten wir auch für andere mehr tun als derjenige für uns tut?

Die Welt wird immer schneller und wir lernen mit ihr umzugehen, aber wir verlieren dabei wichtige Werte.

Wir vergessen, dass wahre Tiefe einfach Zeit braucht. Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen die reale Nähe zu anderen Menschen. Ohne diese Nähe verkümmern wir wie Pflanzen ohne Wasser.

Daher mein Aufruf diese Woche:

„Lass dein Handy einfach mal stecken, treffe dich mit realen Menschen und höre ihnen zu. Sei einfach mal ehrlich zu dir und zu anderen und beobachte, was passiert, wenn du die Fassade fallen lässt. Hinterfrage deine Profile auf den sozialen Medien, ob diese zu deinem „realen Ich“ passen oder ob du mehr Schein als Sein zeigst“.

Natürlich habe ich bisher nur die negativen Aspekte der neuen Kommunikation stark hervorgerufen. Sie dienen als „Weckruf“, um sich seinen eigenen Gewohnheiten bewusst zu werden und ggf. etwas daran zu ändern.

Letztendlich sind die sozialen Medien und die neuen Kommunikationswege Fluch und Segen zugleich. Facebook und Co. sind wunderbar, um auch mit der guten alten Klassenkameradin in Kontakt zu bleiben, die nun in Australien lebt. WhatsApp ist sehr hilfreich, um kurz mal das Abendessen zu klären oder wann und wo man sich trifft. Die Dating-Portale sind sinnvoll für Menschen, die vielleicht nicht die Zeit oder das Umfeld haben, um öfter unter Menschen zu kommen.

Fazit:
Jeder sollte für sich bestimmen, wie viel Priorität man für etwas oder jemanden einräumt. Werde dir bewusst, was echt ist und was nicht. Bedenke dabei, wenn du beim Treffen mit Freunden mehr auf dein Handy schaust, dann zeigst du nur wenig bis kaum Interesse an ihnen. Genauso kannst du davon ausgehen, dass sich deine Freunde auch nicht für dich interessieren, wenn sie lieber an ihrem Handy herum tippen. Genauso freut sich dein Partner natürlich über die kleine, süße Liebesbotschaft zwischendurch per WhatsApp, aber ein handschriftlich verfasster Liebesbrief bleibt eindeutig länger in Erinnerung und beweist, dass man sich wirklich Gedanken und Mühe gemacht hat. Er beweist die tiefe Wertschätzung. Ebenso sollte man sich mit seinen Diskussionen persönlich auseinander setzen. Diese haben auf Whatsapp oder gar sozialen Medien nichts zu suchen.

Seid echt und zeigt euch, wie ihr seid - egal, ob online oder offline!


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Liebe Grüße


Yvonne


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